Landeanflug auf Kathmandu, September 2018 @dpkn.aschwenk

9. November 2019

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde,

meine Frau Herta und ich sind wieder wohlbehalten in Neu-Delhi zurück. Uns empfing am 5. November ein überraschend klarer und luftbereinigter Tag. Das tat gut.

Wir sind noch ganz erfüllt und dankbar von den vielen Begegnungen und den Möglichkeiten zu Gesprächen und Treffen auf unserer langen Reise. In Kathmandu danke ich Herrn Botschafter Roland Schäfer und der Konsulin Andrea Maharjan-Arslan für die informativen Gespräche mit uns und vor allem für das interreligiöse Treffen in der Residenz: Es war eine außergewöhnliche Chance, einen tieferen Einblick zu bekommen in das Zusammenleben, in die Konflikte und deren Bewältigung innerhalb der verschiedenen Volks- und Religionsgruppen in Nepal.

Dankbar bin ich auch für die Unterstützung durch Florian Sautter vom österreichischen Honorarkonsulat, der einen Gefangenenbesuch ermöglichte. Ich freue mich auf meinen nächsten Aufenthalt in Kathmandu am 6. Dezember, weil ich hier Familien zur Nikolausfeier in der Botschaftsresidenz kennenlernen kann.

Nochmals herzlichen Dank und beste Grüße und Segenswünsche nach Nepal,

Ihr

Wolfgang K. Leuschner

9. November – 30 Jahre Fall der Mauer

Wo waren Sie am 9. November 1989? Wie haben Sie diesen denkwürdigen Tag erlebt, als die Berliner Mauer durchlässig wurde? Lebten Sie in Deutschland, schon in Nepal oder in einem anderen Land?

Ich war als Leiter der Circus- und Schaustellerseelsorge der EKD bei meinen Kollegen vom Kirchenbund der DDR in Ost-Berlin zu unserem jährlichen Treffen. Auf dem Rückweg zum Übergang Bahnhof Friedrichstraße hielt Klaus seinen Wagen an, um die 22 Uhr Nachrichten zu hören. Der Sprecher verlas, dass die Reisefreiheit gelockert sei und jeder eine Einreiseerlaubnis in die BRD erhalten könne. Wir freuten uns und meinten, dann könnten wir uns bald in Hannover treffen. Am Bahnhof Friedrichstraße sahen wir ein Fernsehteam einsam auf dem Vorplatz stehen. Wir verabschiedeten uns, ich ging durch die Passkontrolle und fuhr zurück in mein Hotel am Kurfürstendamm.

Im Frühstücksraum am nächsten Morgen wunderte ich mich über den laufenden Fernseher. „Haben Sie nicht gehört, was in der Nacht los war? Lauter hupende Trabis auf dem Kurfürstendamm,“ empfing mich der Restaurantchef. Mein Zimmer ging auf die Rückseite des Hauses. Fassungslos schaute ich die Szenen im Fernseher an. Ich hatte die Nacht der tanzenden, vor Freude weinenden Menschen an und auf der Mauer glatt verschlafen.

Vormittags begegnete ich einem Pärchen, das die Auslagen am Breitscheidplatz bestaunte. Nachmittags kam ich nur mit List und Tücke rechtzeitig zu meinem Flieger nach Tegel, weil die U-Bahnen von Menschenmassen im Mobilitätsrausch verstopft waren. Berlin – eine Stadt im Freudentaumel der Freiheit.

Dieser Tag war für Deutschland ein Kairos, ein Zeitpunkt, in der eine Entscheidung möglich ist, unwiederholbar, wenn man diesen Zeitpunkt verstreichen lässt. Die Deutschen und die Politiker in Ost und West haben diesen Kairos beim Schopfe gepackt, die deutsche Einheit zielgerichtet geplant und sie am 3. Oktober 1990 zu Ende gebracht, eingebettet in die Europäische Staatengemeinschaft, zu der dann auch die anderen osteuropäischen Staaten zugestoßen sind. Eine Zeit des Aufbruchs zu Freiheit und Demokratie und zur Wahrung der Menschenrechte haben wir erlebt, nicht zuletzt angestoßen durch die Politik von Glasnost und Perestroika Gorbatschows.

Auch in unserem christlichen Glauben spielt der Kairos eine Rolle. Als Jesus durch Jericho kam, ergriff der blinde Bartimäus die Gelegenheit beim Schopfe und schrie so laut Jesus um Hilfe, bis dieser kam und ihn sehend machte. Bis heute gibt es solche Kairoi, solche Gelegenheiten, an denen uns Gottes Reich des Friedens ganz nahe kommt.

Der 9. November 1989 war ein solches göttliches Himmelsgeschenk. Wir alle haben das Beste daraus gemacht. Nicht perfekt, aber auch nach 30 Jahren immer noch ausbaufähig. Bleiben wir dran und bitten Gott um seinen Geist dazu.

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In regelmäßgen Abständen besuchen Pfarrer und Gemeindemitglieder unseren Standort Kathmandu. Wir freuen uns auf rege Teilnahme an Gottesdienst, Gesprächstreff sowie Krabbel- und Kindergottesdienst.

Alle TERMINE entnehmen Sie bitte dem Kalender.

Gottesdienste und Andachten werden zumeist in der Gyaneshwor Church gehalten. Adresse: Nepali Isai Mandali (NIM) (www.nim.org.np, nahe der deutschen Botschaft, Gyaneshwor Marg, Gyaneshwor)

Nach den Gottesdiensten gibt es immer die Möglichkeit zum Beisammensein und es findet sich Zeit für vertiefende Gespräche.

Ansprechpartner in Kathmandu: N.N.

Das Team der DPKN ist gerne jederzeit für Gespräche, Fragen und Anregungen für Sie und Euch erreichbar.

reverend.northindia@gmail.com, +91(0)98.73937589

gemeindekirchenrat@evangdelhi.de

In eigener Sache

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Die Deutschsprachige Protestantische Kirchengemeinde in Indien, Nepal und Kathmandu wird ideell und finanziell durch ihre Mitglieder getragen. Da die Gemeinde nur einen begrenzten Teil ihrer Einnahmen durch Zuwendungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erhält, ist sie auf Mitgliedsbeiträge angewiesen, deren Höhe die Mitglieder im wesentlichen selber festlegen.

Zur Finanzierung des Eigenanteils am Gemeindebudget sucht die Gemeinde weitere zahlende Mitglieder (Einzelpersonen und Familien). Gemeindebeiträge können auf die Kirchensteuerbeiträge in Deutschland rückwirkend angerechnet werden.

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